Klimaschutzprojekt - Herrenmoor in Kleve

Renaturierung des Herrenmoores Kleve

Erhalt des Naturschutzgebietes bei Itzehoe

Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein setzt sich die Buhck Gruppe für die Wiedervernässung des Herrenmoores Kleve bei Itzehoe ein.

Moore brauchen Wasser, sonst trocknen sie aus, zersetzen sich und klimaschädliches Kohlendioxid wird freigesetzt. Die Moorlandschaften in Schleswig-Holstein wurden über die Jahrhunderte immer weiter trocken gelegt. Mit Hilfe von Gräben und Rohren wurde das Wasser abgeleitet, um das Land wirtschaftlich zu nutzen. Daher heißt die Hauptaufgabe: Wasser fürs Moor!

Moore sind gigantische Kohlenstoffspeicher, die größten, die wir an Land haben. Sie sind sechsmal so effektiv wie unsere Wälder. Wir müssen ihnen nur das Wasser zurückgeben. Intakte Moore speichern für uns jedes Jahr neuen Kohlenstoff und ziehen so CO2 aus der Atmosphäre. Dafür sind die Torfmoose verantwortlich. Sie wachsen jedes Jahr bis zu 30 Zentimer und sorgen für ein kontinuierliches Höhenwachstum unserer Moore. Nach unten sterben die Moose ab und werden zu Torf. Etwa einen  Millimeter pro Jahr wächst die Torfschicht, weil mehr Biomasse entsteht, als abgebaut wird.
 

Grafik Kreis Moor

Das Naturschutzgebiet „Herrenmoor bei Kleve“ liegt am Rand der Elbmarsch im Übergangsbereich zur Geest.
Es ist ein Hochmoorrest des ehemaligen Geestrand-Moorgürtels, der sich einst von Heiligenstedten bis zum Kudensee in Dithmarschen erstreckte. Zur Erhaltung und Entwicklung dieser selten gewordenen Landschaft mit seinen angepassten Pflanzen- und Tierarten wurde das Kernstück der Fläche (13 ha) schon 1938 als Schutzgebiet ausge-wiesen. Die Erweiterung auf die heutige Größe (215 ha) erfolgte 1995.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Moorgebiete zunehmend für die Nutzung erschlossen. Die Torfe wurden abgebaut und breite Hauptgräben sowie zahlreiche Stichgräben zur Entwässerung ausgehoben, um die Fläche für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Durch die Absenkung des Wasserspiegels drang Sauerstoff in die oberen Torfschichten ein, wodurch die Zersetzung der abgestorbenen Pflanzenreste begann. Folgen davon sind eine starke andauernde Sackung des Moorkörpers (ca. 0,5  –  4 cm/Jahr) und eine erhebliche Freisetzung von Nährstoffen. Diese wiederum bewirkt die Verdrängung der typischen nährstoffarmen Panzengesellschaften der Moore.

Wiedervernässung nach Jahrhunderten der Nutzung

Die seit Anfang der 1990er Jahre eingeleiteten Wiedervernässungsmaßnahmen sollen die ursprünglichen Wasserverhältnisse wieder-herstellen und das Moor mit seiner seltenen Pflanzen- und Tierwelt dauerhaft erhalten. Die Stichgräben wurden verfüllt und die breiten Hauptgräben aufgestaut, so dass ein stetiges Abießen des nährstoffarmen Regenwassers verhindert wird. Mit steigendem Wasserspiegel können sich die Moorlebensgemeinschaften erneut ausbreiten.

Wiedervernaesst Jardelunder Moor
Kranich

Die ersten Erfolge zeigen sich bereits durch die Ausbreitung der Torfmoose und anderer moortypischer Panzenarten, wie Moor-Ährenlilie und Glockenheide. Aber nicht nur die Panzenwelt profitiert von diesen Maßnahmen, sondern auch Tierarten wie Brachvogel, Bekassine, Braunkehlchen und Moorfrosch finden hier einen ihren Bedürfnissen entsprechenden Lebensraum.

  • Argus Bläuling  Plebeius Argus
  • Moorfrösche Maennl
  • Mittlerer Sonnentau
  • Ringelnatter Klein

Weitere Informationen zum Hochmoor in Kleve finden Sie hier.

Stiftung Logo Gruener Rand Mittel

Bildrechte: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein